YOUR DEALERS FOR
emvau bottom ash:

PRESS ARTICLES

Container-Terminal Altenwerder

410.000 Tonnen Schlacke geben Halt

Hamburgs Senator Dr. Freytag auf dem 4. Schlackeforum

Wie der Baustoff emvau-schlacke Ökonomie und Ökologie vereint und die Müllgebühren niedrig hält

Rund 150 Teilnehmer – doppelt so viele wie beim letzten Mal – folgten der Einladung der Hanseatisches Schlackenkontor GmbH zum 4. Schlackeforum in Hamburg. Prominente Redner waren der für Hamburgs Stadtentwicklung und Umwelt zuständige Senator Dr. Michael Freytag sowie der Hauptgeschäftsführer der Handelskammer Hamburg Prof. Dr. Schmidt-Trenz.

Jedes Jahr werden in den Müllverbrennungsanlagen in Hamburg und Stapelfeld bei Hamburg über 1 Mio. t Müll verbrannt. Am Ende der Verbrennung bleibt vor allem Müllverbrennungsschlacke (Markenname emvau-schlacke) als Mineralgemisch übrig. Davon stehen jährlich rund 180.000 t nach der Aufbereitung als Baustoff zur Verfügung, der sich insbesondere als Tragschicht bei Straßen und Gewerbeflächen bewährt hat. Seit 1994 konnte das Hanseatische Schlackenkontor und seine ARGE Vertrieb bereits über 2,3 Mio. t Schlacke bei mehr als 4.000 Bauvorhaben absetzen.

Über die Bedeutung dieses Themas referierten und diskutierten Vertreter aus Politik, Behörden, Wissenschaft und Technik im Hamburger Holiday Inn nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass gemäß der Abfallablagerungsverordnung und der Technischen Anleitung zur Verwertung, Behandlung und sonstigen Entsorgung von Siedlungsabfällen (TA Siedlungsabfall) seit dem 1. Juni 2005 kein unbehandelter Müll mehr auf Deponien verbracht werden darf.

In der Begrüßung wies Dr. Joachim Greinert, Geschäftsführer der Hanseatisches Schlackenkontor GmbH (HSK) darauf hin, dass es seit dem Bestehen des HSK gelungen sei, eine hohe Akzeptanz für die beiden Schlackebaustoffe emvau-schlacke und emvau-mix zu erwerben. Weiterhin betonte er, „dass die vom HSK betriebene Form der konkreten Schlackeverwertung ein Musterbeispiel dafür ist, wie durch kooperatives Zusammenwirken von Umweltpolitik und -verwaltung mit dem öffentlichen Unternehmen Stadtreinigung Hamburg, den privaten Abfallproduzenten und dem privaten Abfallwirtschafts-, Bau- und Baustoffgewerbe der größtmögliche Deckungsgrad von Ökonomie und Ökologie erreicht werden kann.“

Ohne Schlacke als Baustoff 4 % höhere Müllgebühren

Mit Spannung wurde die Rede von Senator Dr. Michael Freytag, Präses der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt der Freien und Hansestadt Hamburg, erwartet. Er unterstrich in seinem Vortrag die Bedeutung der Ver- und Entsorgung in der wachsenden Stadt Hamburg. Er erläuterte, dass sich Hamburg schon sehr früh für das Konzept der Verbrennung von Siedlungsabfällen entschieden habe und über vier moderne Müllverbrennungsanlagen (inkl. Stapelfeld) verfüge, die auch von den umliegenden Landkreisen genutzt würden. Allein die Anlage im Stellinger Moor erzeuge jährlich 72 Mio. KWh Strom und zusätzlich Fernwärme für 12.000 Haushalte. Die Reststoffe der thermischen Behandlung können zu 99 % verwertet werden.

Senator Dr. Freytag legte aber auch die unmittelbaren Vorteile des Hamburger Konzepts für die Bürger dar: Würde Schlacke nicht als Baustoff verwendet, sondern auf Deponien verbracht, müssten die Gebührenzahler pro Haushalt ca. 4 Prozent mehr bezahlen. Weitere Vorteile: Dank des Einsatzes der Schlacke können die Baustoffkosten im Straßenbau verringert werden und Ressourcen geschont werden. „Die Verwertung der Verbrennungsschlacke im Straßenbau ist ein vorbildlicher Weg, den das Hanseatische Schlackenkontor bereits seit Jahren erfolgreich praktiziert. Darüber hinaus ist die Schlackeverwertung beispielhaft für die Verbindung von Ökonomie und Ökologie“, so Senator Dr. Freytag. „Aus Abfall wird ein Produkt, das wieder neu in den Wirtschaftskreislauf mit positiven wirtschaftlichen Effekten eintritt. Die Entsorgungssicherheit in einer Stadt ist heutzutage ein wichtiger Standortfaktor. Hier ist Hamburg ausgezeichnet aufgestellt. Durch den Einsatz moderner Verbrennungstechnik werden Entsorgungsengpässe in Hamburg auch in Zukunft kein Thema sein.“

Hamburg steht im Vergleich zu anderen Städten gut da

Im Anschluss an Senator Freytag sprach Prof. Dr. Hans-Jörg Schmidt-Trenz, Hauptgeschäftsführer der Handelskammer Hamburg, über die Bedeutung der Schlacke für den Wirtschaftsstandort und die Infrastruktur der Stadt Hamburg. Für Prof. Schmidt-Trenz ist Schlacke nicht einfach Abfall, sondern „ein besonders wertvoller Baustoff“ sowie eine sinnvolle und umweltverträgliche Ergänzung zu den etablierten Stoffen im Straßenbau. Wie Senator Dr. Freytag betonte er, dass der Baustoff Schlacke zur Stabilisierung der Hamburger Müllgebühren beitrage. Dies sei mit ein Grund, weshalb Hamburg bei den Müllgebühren im Vergleich zu anderen Städten gut dastehe. Außerdem trage das Hamburger Konzept zur Autarkie der Hansestadt bei. Prof. Schmidt-Trenz zeigte sich zum Abschluss seines Vortrags darüber besorgt, ob die Hamburger Lösung im Umgang mit Schlacke noch lange Bestand haben werde und verwies in diesem Zusammenhang auf die Brüsseler Gesetzes- und Regelungsflut im Umweltbereich.

Hansjürgen Rhein, Abteilungsleiter für Abfallwirtschaft in der Hamburger Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, referierte über die „Verwertung von mineralischen Stoffen in Hamburg – Verbrennungsrückstände als mineralische Stoffe zwischen Abfall und Recyclingbaustoffen“. Er zeigte sich beunruhigt, dass Deutschland beim Ausstieg aus der Deponierung einmal mehr den Anschluss an die europäische Entwicklung suche, um gleichzeitig hervorzuheben, dass sich Hamburg bei der ganzen Hektik gelassen zurücklehnen könne: „Hamburg ist in der Abfallwirtschaft äußerst gut gerüstet.“

Dennoch: „Es war ein langer mühsamer Prozess aus der Deponierung in die heutige Kreislaufwirtschaft. Zukünftig geht es nicht mehr um die Beseitigung, sondern um die vollständige Verwertung von Abfällen als eine Ressource für die Energiegewinnung (energetische Verwertung) oder für die Herstellung von Produkten (stoffliche Verwertung)." Deutschland stehe mit diesem Strukturwandel in der Abfallwirtschaft vor der Herausforderung, ökologisch und ökonomisch sinnvolle Maßnahmen zu treffen und gleichzeitig die notwendige Akzeptanz auf dem Markt zu schaffen.

Bundeseinheitliche Verordnung sinnvoll

Hansjürgen Rhein äußerte zum Abschluss seines Vortrags drei Thesen:

  1. „Für den Einsatz der Schlacke im Verwertungsmarkt bedarf es einer einheitlichen Bundesverwertungsverordnung oder zumindest einer norddeutschen allgemeinen Anforderung für die stoffliche Verwertung.
  2. Für den Einsatz der Schlacke reicht es nicht aus, die Anforderungen für die stoffliche Verwertung zu erfüllen, sondern die ökologische Unbedenklichkeit muss öffentlich und mit betriebsfördernden Maßnahmen kontinuierlich verbessert werden.
  3. Für den Einsatz der Schlacke genügt nicht eine optimale Preisgestaltung, sondern für die Positionierung auf dem Markt und für die Förderung einer Kreislaufwirtschaft bedarf es auch der Privilegierung der Recyclingprodukte bei staatlichen und kommunalen Vergaben.“

Als nächster Experte kam Dipl.-Ing. Dieko Dinkgraeve, Bergisch-Gladbach, zu dem schwierigen Themenkomplex „Regelwerke im Wandel“ zu Wort. Er betonte gleich zu Beginn die Notwendigkeit einer einheitlichen Regelung, wobei das europäische Abfallrecht gar nicht so schlecht sei. Das Hauptproblem in Deutschland sei aber das viergeteilte Regelwerk, in dem alles fließend ineinander übergehe, mit der Folge, dass auch die Verantwortung immer hin und her geschoben werden könne. Das neue europäische Abfallrecht versuche jetzt vieles zu klären, so dass sich für Deutschland völlig neue Begriffe und Übergänge ergeben würden. Jetzt komme es darauf an, die Übertragung der DIN EN Normen, die seit April auf dem Tisch seien, in die Anforderungsdokumente für den Straßenbau zu übertragen. Dieser Prozess müsse bis Ende des Jahres vom föderalen System bewältigt werden.

Dipl.-Ing. Michael Ohmen von der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt Hamburg skizzierte den Weg der Schlacke in der Hansestadt seit dem Jahr 1975. Damals kam es zur ersten probeweisen Verwendung im Straßenoberbau als Ersatz der Schottertragschicht. Im Jahr darauf gab es die erste Richtlinie, ein Jahr später wurde der Arbeitskreis Schlacke gegründet. 1984 wurde ein einjähriges Untersuchungsprogramm an Hamburger Müllverbrennungsschlacken ("MV-Schlacken", Institut für Bodenkunde Uni HH) abgeschlossen, mit dem Ergebnis, dass der Einsatz der Schlacke unter Einhaltung der gesetzlichen Rahmenbedingungen unbedenklich ist. 1987 wurde ein Großversuch zur Verfestigung von MV-Schlacke unternommen, in dessen Folge 1992 die Bauweise mit verfestigter MV-Asche eingeführt wurde. Noch im selben Jahr schuf Hamburg Regelungen für die Rücknahme und Wiederverwendung ausgebauter MV-Schlacke, die – bei Einhaltung der Regeln – einer Rücknahme-Garantie entsprechen. Kurz darauf wurde das Einbaukataster eingerichtet, das jederzeit einen Überblick darüber gibt, wo Schlacke eingebaut worden ist. Heute ist der Einbau der Schlacke so geregelt, dass sie gleichwertig mit der Schottertragschicht sei. „Dieses gibt es nur In Hamburg und geht zurück auf 30 Jahre Erfahrung“, so Dipl.Ing. Ohmen zum Ende seines Vortrags.

Große Absatzchancen in den an Hamburg angrenzenden Bundesländern

Norbert Krebs, Geschäftsführer der HSK ARGE, untermauerte den Vortrag von Dipl. Ing. Ohmen, indem er die Schlüsselargumente für den Baustoff emvau-schlacke herausstellte:

  • Gleichbleibende Materialqualität
  • Hohe Tragfähigkeit
  • Einfacher, schneller Baustellenablauf
  • Hohe Mengenverfügbarkeit
  • Schonung der Umwelt
  • Geringer Preis
  • Wiederverwertung bei späterem Rückbau (Rücknahmegarantie).

Er sieht für die Zukunft große Absatzchancen für die aufbereitete MV-Schlacke. Ziel der HSK ARGE sei vor allem ein verstärkter Einsatz des Materials im öffentlichen Straßen- und Wegebau in Hamburg sowie in den angrenzenden Bundesländern. „Die Chancen dafür stehen gut, denn die Schlacke hilft, die öffentlichen Haushalte zu schonen.“ Und auch in der regionalen Wirtschaft könne die Schlacke noch weitaus stärker Verwendung finden, denn auch dort gelten die Kostenvorteile dieses Baustoffs.

In dem Vortrag von Dipl. Ing. Lars Strehse, stellvertretender Leiter Container Technik / Leiter Bautechnik der HHLA Container Terminal GmbH, wurde gezeigt, wie sich die Schlacke als Baustoff im Praxiseinsatz bewährt. Im neuen Container-Terminal Altenwerder wurden über 400.000 t emvau-schlacke als 30 cm dicke Tragschicht unterhalb der bituminösen Deckschicht eingebaut. Um zu sehen, ob die emvau-schlacke den Anforderungen an modernen Hafenumschlagsflächen gerecht wird, wurden insbesondere im Fahrbereich für automatische Flurförderzeuge intensive Untersuchungen vorgenommen. Es konnte aber nur eine geringe Entwicklung von Spurrinnen beobachtet werden. Dipl. Ing Strehse: „Der gewählte Oberflächenaufbau erfüllt die Erwartungen an die betriebliche Performance der Fläche. Bisher aufgetretene Spurrinnen haben nur im geringen Umfang kleinere Reparaturen erforderlich werden lassen.“ Im Anschluss an den Vortragsteil des Forums führte er die Teilnehmer des Forums über das Gelände des neuen Container-Terminals Altenwerder.

Das 4. Schlackeforum war aus Sicht der Veranstalter nicht nur wegen der hohen Teilnehmerzahl ein voller Erfolg. Offensichtlich habe sich das Hamburger Konzept der Müllverbrennung und -verwertung bewährt – insbesondere nach Inkrafttreten der TASi am 1. Juni, so Norbert Krebs von der HSK ARGE Vertrieb. „Jetzt kommt es darauf an, die Akzeptanz des Baustoffs emvau-schlacke auch außerhalb Hamburg Schritt für Schritt zu erhöhen.“